Zusendung der TAN-Daten per SMS: Sind die neuen Verfahren sicher?
Kunden tragen die Kosten
Jahrelang
wurde die TAN-Daten für das Online-Banking auf dem Papier verschickt.
Das wird von vielen Banken geändert. Die TAN-Nummern sollen dann
per SMS verschickt werden. Natürlich ist auch das neue Verfahren nicht
völlig sicher.
Das
alte Verfahren wurde jedoch immer wieder noch
unsicherer eingestuft. Zum Beispiel konnten Kriminelle mit einem
Programm namens
SpyEye über manipulierte Webseiten die Tastatureingaben von
Online-Banking-Nutzern "abgreifen". Das Programm arbeitete so
raffiniert, dass es sogar selbstständig Geldbeträge auf fremde Konten
der Kriminellen überwies.
Wer auf seinem Rechner einen
Virenschutz hatte, war dabei finanziell abgesichert: Den
Ausfall musste die Bank tragen.
Das einfache, "alte" TAN-Verfahren wurde aufgrund der Sicherheitslücken geändert. Bei dem alten Verfahren konnte der Kunde die Transaktionsnummer (TAN) noch frei wählen. Bei dem neuen Verfahren erhält der Nutzer eine Liste mit durchnummerierten TANs. Wenn der Kunde eine Überweisung tätigen will, fordert die Bank zur Bestätigung eine ganz bestimmte TAN von dieser Liste an. Für eine neue Überweisung eines Cyberkriminellen wäre eine neue TAN notwendig, die ihm nicht vorliegt, es sei denn, weil er Zugriff auf die TAN-Liste hat.
Die
Sicherheit beim Online-Banking im Umgang mit TAN-Daten soll noch
weiter erhöht werden. Die Postbank nutzt ab April 2011 das sogenannte
"Chip-TAN-Verfahren". Hierbei kommt ein TAN-Generator zum Einsatz,
ein Mini-Computer, welcher eine TAN erzeugt, die nur für eine
bestimmte Transaktion und nur wenige Minuten gültig ist.
Wiederum
andere Banken setzen auf mobile TANs. Beim "mTAN-Verfahren" werden
die TAN-Daten per SMS an das Kundenhandy gesendet. Auch hier
gilt die jeweilige TAN nur für eine einzige Überweisung und ist
nur für kurze Zeit gültig. Dauert es mit der Eingabe der TAN zu
lange, muss der Kunde eine neue Nummer anfordern.
Da
die Daten nur und speziell für eine bestimmte Überweisung übermittelt
werden, ist das Verfahren sicherer, als wenn TAN-Daten für mehrere
Überweisungen auf dem Papier vorliegen und kopiert, gefilmt oder auf
andere Art abgegriffen werden können. Der Nachteil: Während
bisher die Banken die Kosten für das TAN-Übermittlungsverfahren
getragen haben, wird zukünftig auch der Kunde zur Kasse gebeten: Bei
dem Modell der Postbank muss der Kunde den TAN-Generator kaufen.
Die billigste Variante kostet rund zehn Euro. Bei dem anderen
Übermittlungsmodell der Banken über eine mobile TAN (mTAN) muss der Kunde neun Cent pro SMS
bezahlen.
Aber auch die neuen TAN-Übermittlungsverfahren sind
nicht sicher. Aktuell wird gewarnt vor einem Programm, das
Smartphones angreift und "mTANs" mitliest. Die Datenspionage
funktioniert dabei über einen Umweg: Auf dem PC des Nutzers
wird heimlich eine Software installiert, die aktiv wird, wenn der
Nutzer eine Online-Banking-Seite aufruft. Dabei werden von der Software
in die "echte" Bankwebseite zusätzliche, "unechte" Felder und
Nachrichten eingeblendet, die ursprünglich nicht zu der
Online-Banking-Seite gehören und von dem "kriminellen Programm"
hinzugefügt werden. Dort wird der Nutzer aufgefordert, seine
Mobilfunknummer und das Handymodell anzugeben. Daraufhin
wird ihm per SMS ein Link geschickt. Wenn er auf den Link
klickt, lädt er sich einen Schädling auf sein Smartphone, der ab
diesem Zeitpunkt alle "mTans" mitliest. Jedem Nutzer von
Online-Banking sei deshalb geraten, auf Missbrauchmöglichkeiten dieser
Art beim Aufruf von Online-Bankingseiten besonders zu achten..
